PRESSEMITTEILUNG: Die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau hat sich mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung nach dem aktuellen Stand des Radschnellwegs Ruhr (RS1) zwischen Bochum und der Dortmunder Innenstadt erkundigt. Die Antwort fällt aus ihrer Sicht ernüchternd aus.
„Nach acht Jahren Projektzeit ist auf Dortmunder Stadtgebiet gerade einmal rund ein Kilometer Radschnellweg fertiggestellt worden. Andere Städte im Ruhrgebiet sind beim RS1 deutlich weiter. Zwischen Mülheim und Bochum sind bereits weite Teile der Strecke realisiert. In Dortmund droht der RS1 dagegen zu einem Jahrhundertprojekt zu werden“, kritisiert Butschkau.
Der RS1 soll als über 100 Kilometer lange Verbindung von Moers bis Hamm eine attraktive und klimafreundliche Alternative zum Auto schaffen. Gerade für den Dortmunder Westen hätte die Strecke laut Butschkau eine besondere Bedeutung. Sie würde die Verbindung nach Bochum verbessern und wichtige Ziele wie die Universität, das Technologiezentrum und die Dortmunder Innenstadt miteinander verknüpfen.
„Für den Dortmunder Westen wäre der RS1 eine echte verkehrspolitische Chance. Er könnte Pendlerinnen und Pendlern eine schnelle, kostengünstige und alltagstaugliche Alternative zu Auto und öffentlichem Nahverkehr bieten und einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Doch davon sind wir noch weit entfernt.“
Besonders kritisch sieht die Abgeordnete, dass sich die Landesregierung in ihrer Antwort weitgehend auf die 2018 geschlossene Planungsvereinbarung mit der Stadt Dortmund zurückzieht.
„Die Landesregierung macht es sich hier zu einfach. Sie verweist auf die Zuständigkeit der Stadt und begleitet die Planungen allenfalls mit gelegentlichen Gesprächsrunden, obwohl das Land für 18 der 24 Kilometer auf Dortmunder Stadtgebiet die Baulast trägt. Die entscheidende Frage, warum das Projekt seit Jahren kaum vorankommt und wie das Land den Ausbau tatsächlich beschleunigen will, bleibt unbeantwortet.“
Nach den aktuellen Informationen befinden sich die meisten Abschnitte des RS1 im Dortmunder Westen weiterhin in unterschiedlichen Phasen der Vorplanung. Für viele Teilstücke kann die Landesregierung noch nicht einmal den aktuellen Planungsstand und einen Zeitraum für den Baubeginn nennen. Lediglich für den Abschnitt an der Sonnenstraße ist eine Vergabe der Bauleistungen Ende 2026 und ein Spatenstich im ersten Quartal 2027 vorgesehen.
„Ein Radschnellweg erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn zusammenhängende Strecken entstehen. Einzelne kurze Abschnitte in der Innenstadt reichen dafür nicht aus. Die Menschen brauchen eine durchgehende Verbindung zwischen Bochum und Dortmund. Dafür muss das Land endlich mehr Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit der Stadt dafür sorgen, dass aus Planungen auch Realität wird“, so Butschkau abschließend.
