Anja Butschkau

Menschen mit Behinderungen finden im Haus Kunterbunt einen idealen Ort zum Arbeiten

Ins Haus Kunterbunt zwischen Haus Dellwig und Volksgarten Lütgendortmund ist die dezentrale Werkeinheit von den Werkstätten der AWO Dortmund und von Bethel.regional eingezogen.

Vielen Lütgendortmundern ist das Haus Kunterbunt bestens bekannt. Als Jugendliche verbrachten viele von ihnen hier im Rahmen der Stadtranderholung ihre Sommer, später nutzte die AWO das Haus als Seniorenbegegnungsstätte. Nach der Fusion der AWO-Ortsvereine Lütgendortmund und Westrich drohte das Haus leer zu stehen, bis die Werkstätten der AWO (WAD) in Kooperation mit Bethel.regional auf die Idee kamen, in den Räumen eine dezentrale Werkeinheit für Menschen mit komplexen Behinderungen einzurichten.

Die Landtagsabgeordnete Anja Butschkau besuchte nun die Einrichtung, die zwischen Dellwiger Wald und Volksgarten Lütgendortmund liegt. Mit dabei waren auch der Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp und der Ratsvertreter Uwe Kaminski. Von WAD-Fachbereichsleiterin Henrike Struck, Bereichskoordinatorin Lara Schawe von Bethel.regional und den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Haus Kunterbunt ließen sie sich die Arbeit der Einrichtung vorstellen.

„Wenn wir eine inklusive Gesellschaft sein wollen, halte ich es für wesentlich, dass auch Menschen mit komplexen Behinderungen ein Recht darauf haben, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen zu können. Dazu müssen wir ihnen ein passgenaues Angebot unterbreiten“, erklärte Anja Butschkau. „Im Haus Kunterbunt wird mir deutlich, wie toll solche Projekte sind.“

Das Konzept der Einrichtung wurde in Kooperation mit Bethel.regional  erstellt. Die Mitarbeiter*innen im Haus Kunterbunt haben in der Regel eine oder mehrere komplexe Behinderungen. In der dezentralen Werkeinheit Wald der WAD und Bethel.regional machen sie waldpädagogische Angebote, stellen bei schlechtem Wetter Dekoartikel aus Naturmaterialien her oder bilden sich über strukturierte Lernangebote weiter, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Förderschulen konzipiert worden sind.

Die Arbeitstage im Haus sind klar strukturiert. Im Mittelpunkt steht der Arbeitsbereich, daneben gibt es aber auch begleitende Angebote wie die Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten, Einkaufen oder das Zubereiten einfacher Mahlzeiten. Die reine Arbeitszeit beträgt ca. vier Stunden am Tag. Dazwischen gibt es immer wieder Pausen, in denen sich die Mitarbeiter*innen zum Ausruhen zurückziehen können, z.B. in den Snoozelen-Raum, einen Entspannungsraum mit verschiedensten Wahrnehmungseindrücken.

Das Angebot des Haus Kunterbunt richtet sich an Mitarbeiter*innen mit einem hohen Bewegungswunsch, die sich nur ungern in geschlossenen Räumen aufhalten. Daher findet die Arbeit zu einem großen Teil im benachbarten Wald statt. „Für viele Kolleg*innen ist es etwas Neues, draußen sein zu können“, erzählt Henrike Struck. „An einem Regentag wie heute ist es schwierig zu vermitteln, dass sie nicht die ganze Zeit im Regen stehen können.“ Viele von ihnen würden im Haus Kunterbunt sichtlich wohl fühlen. Schwierig wären dagegen für einige die Wochenenden, wenn Beschäftigung im Freien nicht im gleichen Maße möglich sei.

In der Zukunft planen die Kooperationspartner, ein waldpädagogisches Angebot am Standort zu schaffen, dass sich an externe Gruppen und Schulen richte. Man wolle sich zudem mit den Vereinen und Einrichtungen in Lütgendortmund vernetzen. Der Kontakt zum Gartenverein Lütgendortmund-Nord wurde bereits gesucht.

„Der Ansatz ist wichtig. Wir müssen Menschen mit Behinderungen in unsere Mitte holen. Nur so können wir verhindern, dass sie ausgegrenzt werden“, so Butschkau. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp bot daher an, sich dafür einzusetzen, dass das Haus Kunterbunt bei Veranstaltungen wie dem Herbstfest am Haus Dellwig oder dem Martinsmarkt in Lütgendortmund mit einem Stand vertreten ist.

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