Anja Butschkau

Hier bekommen Menschen eine Chance, die ihnen die freie Wirtschaft nicht gibt

Im Rahmen meiner Herbsttour habe ich gestern das Christliche Jugenddorf (CJD) in Dortmund besucht. Das war mir seit dem Landtagswahlkampf bereits ein großes Anliegen, weil das CJD gerade im Stadtbezirk Lütgendortmund sehr vernetzt ist und hier allgegenwärtig ist. Ich wollte gerne etwas über die Ausbildungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen und die Integration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt erfahren, womit sich das CJD seit vielen Jahrzehnten beschäftigt, am Standort Oespel seit 1949, um es ganz genau zu nehmen.

Am CJD-Berufsbildungswerk (BBW) in Oespel machen rund 260 junge Menschen mit einem Reha-Status, viele von ihnen mit einer Autismusspektrumsstörung, eine Berufsausbildung, z.B. als Tischler, Fachinformatiker, Garten- und Landschaftsbauer, Koch oder Kosmetikerin. Mechtild Ronge nahm sich viel Zeit, um mir das Jugenddorf mit seinen Werkstätten und Wohnanlagen zu zeigen. Sie ist Leiterin des BBW und ist stolz, dass sogar das Institut der Deutschen Wirtschaft der Arbeit der CJD-BBWs eine hohe Wirksamkeit bescheinigt. Knapp die Hälfte der Schüler*innen leben während ihrer Ausbildung im idyllischen Jugenddorf. Teil der Ausbildung sind auch musische, religions-, sport- und gesundheitspädagogische Angebote genauso wie Angebote der politischen Bildung, denn das CJD betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit.

Mich hat die Arbeit im Jugenddorf überzeugt. Das CJD hat einen enormen Erfahrungsschatz, der hier in vielen Jahrzehnten aufgebaut wurde, und hat gute Kompetenzen in der Arbeit mit jungen Menschen mit psychischen Behinderungen. Es ist gut, dass hier die Bedürfnisse und Förderbedarfe jedes Einzelnen im Mittelpunkt stehen und die Menschen, die ja oft mit komplexen Vermittlungshemmnissen zu kämpfen haben, mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden.

Am Standort Kley informierte ich mich über die Arbeit der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Am Dorney. Betreiber ist auch das CJD. Björn Rosigkeit, Bereichsleiter für den Fachbereich Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie Elementarpädagogik berichtete, dass man die Erfahrungen der benachbarten CJD-Kinderwerkstatt nutze, um den Kindern eine qualitativ hochwertige und sinnstiftende Betreuung zu bieten. Davon konnte ich mich überzeugen, denn trotz der Herbstferien nutzten viele Familien das Herbstanget der OGS. In der nächsten Woche haben dann die Kinder die Möglichkeit, in der Kinderwerkstatt mitzumachen.

Auf der Zeche Germania in Marten werden langzeitarbeitslose Menschen mit und ohne Behinderungen in den Arbeitsmarkt integriert. Auch hier ist die individuelle Unterstützung der Mitarbeiter*innen bei Problemen im Alltag und im Job von hoher Bedeutung, wie mir Bereichsleiter Ralf Schumacher und seine Kollegin berichteten. Als Integrationsunternehmen muss die Zeche Germania dabei wirtschaftlich arbeiten und mit seinen Dienstleistungen am Markt bestehen. Teilbereiche des Betriebs sind u.a. das Elektrorecycling, wo sämtlicher in Dortmund entstehender Elektroschrott in seine Einzelteile zerlegt wird, die Möbelbörse, die in ganz Dortmund bekannt ist (Geheimtipp für Trödelfans!!!) und das Catering, das für viele Dortmunder Kitas kocht und mit der Gastronomie „Steigerstube“ und der Lohnhalle Anlaufpunkt für Menschen aus dem Stadtteil und für Veranstaltungen geworden ist. Die Steigerstube ist Treffpunkt für viele ältere Menschen im Stadtteil. Nicht wenige haben hier am Ort früher unter und über Tage gearbeitet. Für 4,50 Euro gibt es hier ein richtig leckeres Mittagessen. Außerdem liefert das Catering jeden Morgen der Friedensgrundschule in Marten ein „Gesundes Frühstück“.

Das zeigt, dass die Zeche nicht nur einen Mehrwert hat für die Menschen, die hier eine Jobperspektive erhalten, sondern auch für den Stadtteil an sich.

Mein Fazit: Die SPD hat sich in den letzten Jahren erfolgreich für langzeitarbeitslose Menschen eingesetzt. Die Arbeit hier auf der Zeche zeigt mir, dass das richtig und wichtig war. Arbeit bedeutet Würde. Wir kämpfen daher weiter für die dauerhafte Etablierung eines sozialen Arbeitsmarktes. Hier bekommen diese Menschen die Chance, die ihnen die freie Wirtschaft nicht gibt.

Infos zum CJD in Dortmund: https://www.cjd-dortmund.de/

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