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Arbeitsminister Laumann lässt Mitarbeiter bei Verkauf von Real im Stich

Der Metro-Konzern will die Handelskette Real verkaufen. Bis zu 10.000 der 34.000 Arbeitsplätze könnten laut Gesamtbetriebsrat wegfallen. Am Mittwoch war der Real-Verkauf daher Thema im Landtag. Wir hatten hierzu im Arbeits- und Sozialausschuss eine Aktuelle Viertelstunde zu dem Thema beantragt, in der NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann Stellung beziehen sollte, wie er sich für die Beschäftigten von Real einsetzen wird.

Bei Real zeichnet sich die größte Krise im Einzelhandel seit Schlecker ab. Aber leider zeigte sich im Ausschuss, dass Arbeitsminister mit Passivität glänzt. Auch wenn die politischen Möglichkeiten gering sind, erwarte ich, dass Herr Laumann klare Kante zeigt und sich öffentlich für die Interessen und die Zukunft der Real-Mitarbeiter einsetzt. Die SPD-Fraktion im Landtag steht auf jeden Fall solidarisch hinter den Kolleginnen und Kollegen bei Real.

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty, Volkan Baran, Anja Butschkau und weitere Ausschussmitglieder empfingen die Dortmunder Delegation des Real-Betriebsrats im Landtag.
SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty, Volkan Baran, Anja Butschkau und weitere Ausschussmitglieder empfingen die Dortmunder Delegation des Real-Betriebsrats im Landtag.

Anlässlich der Ausschusssitzung haben wir rund ein Dutzend Real-Betriebsräte aus Dortmund in den Landtag mobilisiert. Mein Dank gilt Volkan Baran, der sich regelmäßig sehr engagiert mit dem Betriebsrat austauscht. Wir lassen die Kolleg*innen bei Real nicht im Stich. Die Real-Mitarbeiter haben verdient, dass man fair mit ihnen umgeht und ihre jahrelange Arbeit für den Konzern wertschätzt. Aber leider geht man ganz anders mit ihnen um. Informationen über die Verkaufsverhandlungen erhalten die Kolleg*innen mittlerweile zuerst aus den Medien. Selbst der Betriebsrat steht da außen vor.

Größte Krise im Einzelhandel seit Schlecker droht – Sorgen um Folgen für den Arbeitsmarkt

Sorgen mache ich mir über die Folgen für den Arbeitsmarkt, die ein Verkauf und der damit einhergehende Verkauf einer großen Zahl an Real-Supermärkten mit sich bringt. Der Einzelhandel steckt in einer Krise. Die Nachfrage nach Einzelhandelskaufleuten, Verkäuferinnen und Verkäufern wird nicht groß sein. Und es trifft Menschen, die trotz Arbeit ohnehin schon schwer über die Runden kommen. Überwiegend Frauen und Teilzeitbeschäftigte. Und gerade in den strukturschwachen Städten wie im Ruhrgebiet, wo es sehr viele Real-Märkte gibt, werden Schließungen umso stärker den Arbeitsmarkt bealsten.

In Dortmund gibt es drei Real-Märkte mit insgesamt 400 Beschäftigten in Oespel, Eving und Aplerbeck. Sie alle sorgen sich um ihre Zukunft. Daher waren die mitgereisten Real-Betriebsräte auch sichtlich enttäuscht von Minister Laumann und den Vertretern der Regierungsparteien CDU und FDP, die in ihren Redebeiträgen zum Abwarten mahnten.

Zum Abwarten ist es zu spät

Doch zum Abwarten ist es zu spät. Die Pläne liegen doch schon auf dem Tisch. Es ist 5 vor 12. Das Szenario, das droht, ist bekannt.

Seit über eineinhalb Jahren stehen wir im ständigen Kontakt mit dem Real-Betriebsrat. So lange sorgen wir uns bereits um die Zukunft der Arbeitsplätze. Karl-Josef Laumann suchte dagegen erst jetzt im Zuge der heutigen Landtagsdebatte das Gespräch mit dem Real-Betriebsrat. Viel zu spät!

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