Persönlich

100 Jahre Arbeiterjugendtag

Am 28. und 29.08.1920 fand der erste Arbeiterjugendtag in Weimar statt. Jugendliche aus Arbeiterfamilien aus ganz Deutschland kamen zusammen. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt. Weimar stand für das Ende des Kaiserreichs und eine neue Zukunft. Der „Geist von Weimar“ stand für Republik, Demokratie, Frieden, Völkerversöhnung. Es war eben eine neue Zeit angebrochen. Man darf nicht vergessen, dass der 1. Weltkrieg und das Kaiserreich gerade einmal zwei Jahre zurücklagen. Die junge Republik war alles andere als gefestigt. Nationalisten, Kaisertreue und Revanchisten bedrohten sie enorm.

Für die Jugendlichen, die sich Ende August in Weimar versammelten, war klar, wo die Reise in die Zukunft hingehen soll: Nie wieder Krieg und Völkerverständigung! Die Weimarer Republik war für sie der erste Schritt in die richtige Richtung, eine neue Zukunft, in der auch Kinder aus Arbeiterfamilien gleichberechtigt sein sollten. Sie forderten Rechte und Chancen, sowie eine Welt ohne Krieg – Forderungen, die wir auch heute brauchen!

Die Jugendlichen stellten sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Militarismus, Faschismus und Reaktion – für Demokratie und Sozialismus. Dies war mutig und bitter nötig. Doch es bewahrte unsere Gesellschaft und unser Land nicht vor dem Schrecken des Nationalsozialismus. Nach dem 2. Weltkrieg lebte die Arbeiterjugendbewegung in Form der Sozialistischen Jugend Deutschlands/Die Falken weiter. Und bis heute leisten die Falken eine tolle Kinder- und Jugendarbeit. Politische Bildung und eine Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu selbständig denkenden und handelnden Personen mit einer klaren antimilitaristischen und demokratischen Grundeinstellung. Gut, dass wir Euch haben, liebe Falken!

Arbeiterjugendtag Anja Butschkau Worker's Youth Festival Dortmund 2013

Denn mehr denn je, brauchen wir heute junge Menschen mit einem klaren Kompass für Frieden und Gerechtigkeit. In zu vielen Ländern der Welt sind in den letzten Jahren autokratische Herrscher an die Macht gekommen und bedrohen Minderheiten und Frieden. Nationalismen und Eigensinnigkeit sind wieder stärker geworden. Wir müssen und wir werden dem entgegentreten, für und mit den jungen Menschen.

Den Button habe ich übrigens noch vom Worker’s Youth Festival, das 2013 im Fredenbaumpark in Dortmund stattfand. Falken und Jusos feierten und diskutierten damals drei Tage über das Leben in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft. Das waren tolle Begegnungen!

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